Kann ich Passivhausfenster auch im Altbau einsetzen?

Passivhausfenster für den Altbau

Inhaltsverzeichnis:

Immer wieder werden wir gefragt, ob Passivhausfenster auch im Altbau eingesetzt werden können und diese Frage muss mit einem klaren Ja beantwortet werden. Die alte Mär, dass die Passivhausfenster im Altbau die Bildung von Schimmel begünstigen, ist faktisch falsch. Natürlich schließt ein Passivhausfenster absolut dicht, so dass die Luftzirkulation, wie es bei alten Fenstern mit Einfachverglasung der Fall war, nicht mehr gegeben ist. Aber das dichte Schließen ist nicht nur bei Passivhausfenstern gewährleistet, sondern bei allen modernen Fenstern. Der einzige Unterschied beim Passivhausfenster besteht darin, dass es zusätzlich das Behaglichkeitskriterium aufweist.

Was ist das Behaglichkeitskriterium beim Passivhausfenster?

Dieses Behaglichkeitskriterium sagt nichts anderes aus, als dass die Oberflächentemperatur der Fensterscheibe im Schnitt nicht mehr als drei Grad Celsius unter der Raumtemperatur liegt. Dies hat den Vorteil, dass sich eben kein Kondenswasser an der Scheibe bilden und kein Schimmel entstehen kann. Gleichzeitig wird kalte Luft an den Fensterscheiben vermieden, die andernfalls nach unten fallen und zu einem Kaltluftsee vor dem Fenster führen würde.

Wie entsteht eigentlich Schimmel in Altbauten?

Schimmel entsteht im Altbau vor allem durch Feuchtigkeit. An feuchten Stellen fühlen sich die Schimmelsporen besonders wohl und erhalten ideale Bedingungen, um zu wachsen. Mit bloßem Auge ist der Schimmel dabei nur in den seltensten Fällen sichtbar, vielmehr erkennt man ihn am Geruch. Durch diese Entstehungsgeschichte wird auch klar, dass nicht etwa die fehlende Zugluft bei dicht schließenden Passivhausfenstern die Schimmelbildung begünstigt, sondern einzig und alleine die Luftfeuchtigkeit in den Räumen.

Welche Luftfeuchtigkeit darf im Altbau vorherrschen?

Ob Alt- oder Neubau, die Luftfeuchtigkeit sollte in Gebäuden 60 Prozent nicht überschreiten. Diese gibt die relative Luftfeuchtigkeit an. Liegt sie dauerhaft höher, so kann dies langfristig zu Problemen, wie eben der Schimmelbildung, führen. Ein Problem ist dabei, dass Luftfeuchtigkeit häufig entsteht, ohne dass man es selbst merkt. Dass beim Kochen, Backen und Duschen die Luftfeuchtigkeit ansteigt, ist den meisten Menschen klar. Aber auch der Mensch selbst dunstet über den Tag verteilt Feuchtigkeit aus, die sich in der Luft ansammelt.

Wärme und Luftfeuchtigkeit stehen in engem Zusammenhang

Generell gibt es auch einen engen Zusammenhang zwischen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Je wärmer die Temperaturen, desto mehr Feuchtigkeit kann die Luft aufnehmen. Wird also in der ohnehin geheizten Küche mit hohen Raumtemperaturen noch gekocht, so steigt die relative Luftfeuchtigkeit sehr stark an. Diese feuchte Luft schlägt sich an den kühleren Stellen im Raum, etwa den Fenstern, nieder. Alte Fenster ohne ausreichende Isolierung lassen den Effekt mit bloßem Auge erkennen: Hier bilden sich feine Tröpfchen. Diese wiederum bilden sich zu feuchten Stellen aus und können so die Schimmelbildung begünstigen. Deshalb ist nicht selten ein Schimmelrand um den gesamten Fensterrahmen herum zu beobachten.

Passivhausfenster verhindern feuchte Stellen

Damit die feuchte Luft sich aber absetzen kann, braucht sie möglichst kühle Oberflächen. Sie müssen kühler als die Luft selbst sein. Die Passivhausfenster bieten aber solch kühle Oberflächen nicht. Ihre Oberflächentemperatur liegt bei einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius bei mindestens 17 Grad Celsius. Da die Temperaturunterschiede so gering sind, hat die feuchte Luft keine Chance, sich an den Fenstern niederzuschlagen und die Schimmelbildung zu begünstigen.

Wie das Lüften Schimmel vermeiden hilft

Um Schimmel langfristig zu vermeiden, sollte die relative Luftfeuchtigkeit im Rauminneren nie zu hoch ausfallen. Gerade nach dem Duschen oder Kochen jedoch sammelt sich sehr viel Feuchtigkeit in der Raumluft an. Diese sollte schnellstmöglich wieder nach außen abtransportiert werden. Dafür ist das Lüften die ideale Möglichkeit, wobei man das Stoßlüften empfiehlt. Die Fenster werden dabei mehrmals täglich für wenige Minuten komplett geöffnet. Ein Fenster in Dauerkippstellung wird den kompletten Luftaustausch nicht ermöglichen.

Mit richtigem Heizen Schimmel vermeiden

Ebenfalls kann man durch das richtige Heizverhalten die Schimmelbildung stoppen. Nach dem Stoßlüften ist die kühle Außentemperatur in den Raum gelangt. Diese muss durch gezieltes Beheizen der Räume wieder aufgewärmt werden. Dadurch wird nicht nur eine zu kühle Raumtemperatur vermieden, auch die Scheiben am Passivhausfenster erwärmen sich wieder, so dass sich keine feuchte Luft darauf absetzen kann. Mit diesen einfachen Maßnahmen lässt sich das Passivhausfenster bedenkenlos im Altbau einsetzen. Es spart langfristig Kosten und führt eben nicht zwangsläufig zur Schimmelbildung.

Passivhausfenster im Altbau – worauf muss ich achten?

Möchten Sie sich ein neues Passivhausfenster im Altbau kaufen, sollten Sie vor allem den U-Werten eine besondere Bedeutung zukommen lassen. Die U-Werte werden auch als Wärmedurchgangskoeffizienten bezeichnet. Unterscheiden kann man in verschiedene U-Werte:

  1. Uf-Wert – U-Wert des Fensterrahmens
  2. Ug-Wert – U-Wert der Fensterverglasung
  3. UW-Wert – U-Wert des gesamten Fensters

Maximaler U-Wert bei Passivhausfenstern begrenzt

Der U-Wert des Fensters darf einen Wert von 0,8 W/m²K nicht überschreiten, wenn ein Passivhausfenster sich als solches bezeichnen will. Er setzt sich zusammen aus den U-Werten der Verglasung und des Rahmens. Sie erhalten mit unserem Exklusivfenster das Ausgangsmaterial für ein Passivhausfenster, sollten aber durch die gezielte Wahl des passenden Glasabstandhalters die Wärmedämmwerte noch weiter verbessern.

 

Muss es eine Dreifachverglasung für das Passivhausfenster sein?

Die meiste Wärme geht am Fenster über die Verglasung verloren. Dadurch können hier auch die größten Einsparpotenziale beim Wärmeverlust realisiert werden. Generell empfehlen wir daher die Dreifachverglasung, die alleine aufgrund ihrer Dicke schon mehr Wärmeschutz verspricht. Aber auch mit einer Zweifachverglasung können Sie ein Passivhausfenster gestalten. Dieses ist allerdings nur dann ratsam, wenn etwa statische Gründe aufgrund des hohen Gewichts der Dreifachverglasung gegen diese sprechen. Alle Glaszwischenräume sind dabei mit Edelgasen gefüllt, so dass die Wärmedämmung durch diese noch weiter erhöht werden kann.

Wie wichtig ist der Fensterrahmen für das Passivhausfenster?

Neben Verglasung und Glasabstandhalter ist auch der Fensterrahmen für das Passivhausfenster von entscheidender Bedeutung. Sie sollten hier auf möglichst viele Luftkammern im Rahmen achten, wie etwa bei unserem Premiumfenster mit 7 Kammern. Die Kammern im Rahmen erhöhen den Wärmeschutz und sorgen zeitgleich für eine größere Bautiefe. Dadurch wird der Wärmeschutz zusätzlich verbessert.

Indirekt heizen mit Passivhausfenster im Altbau

Entscheiden Sie sich für ein Passivhausfenster im Altbau können Sie damit auch indirekt heizen. Achten Sie dafür auf den g-Wert. Er beschreibt den Gesamtenergiedurchlassgrad. Bei einer Dreifachverglasung etwa werden die innere und äußere Verglasung zum Scheibenzwischenraum hin zeigend mit einer Wärmeschutzbeschichtung versehen. Sie sorgt dafür, dass die Wärmestrahlung der Sonne zwar in den Raum eindringen kann, aber von dort nicht mehr hinausgelangt. Die eindringende Wärmestrahlung wird von Möbeln, Böden und Wänden reflektiert. Trifft sie wieder auf die Fensterscheibe, reflektiert diese sie zurück in den Raum, so dass eine indirekte Beheizung stattfindet.

Welche Vorteile habe ich mit Passivhausfenstern im Altbau noch?

Darüber hinaus ergeben sich weitere Vorteile, wenn Sie unsere Fenster als Passivhausfenster auswählen:

  1. Alle Fenster werden zu 100 Prozent in der bewährten „Made in Germany“ Qualität gefertigt.
  2. Durch unsere jahrzehntelange Erfahrung im Fensterhandel profitieren Sie von günstigen Preisen.
  3. Bei uns erhalten Sie kein Passivhausfenster „von der Stange“, da wir Ihnen keine Lagerware anbieten.
  4. Jedes Passivhausfenster wird nach Ihren eigenen Wünschen und Vorgaben hergestellt.
  5. Sie können Ihr neues Fenster spielend leicht mit unserem Fenster Online Konfigurator zusammenstellen.
  6. Alle unsere Passivhausfenster sind RAL-geprüft.
  7. Zudem sind sie passivhaus-zertifiziert.
  8. Gleichzeitig erreichen die Passivhausfenster von Fenster.net U-Werte bis zu 0,73 W/m²K, wodurch sie die geforderten U-Werte für das Passivhausfenster noch deutlich unterschreiten.
  9. Passivhausfenster von Fenster.net können Sie auf Rechnung oder über Trusted Shops abgesichert gegen Vorkasse kaufen. Somit besteht keine Gefahr beim Onlinekauf.

Welchen Einfluss nimmt die Fenstermontage auf die Leistungsfähigkeit der Passivhausfenster?

Wie bei allen Fenstern gilt auch beim Passivhausfenster im Altbau, dass die richtige Montage einen großen Stellenwert einnimmt. Nur, wenn diese korrekt durchgeführt wird, können die Passivhausfenster auch alle ihre Vorteile entsprechend ausspielen. Generell sollten Sie auf eine RAL-Montage achten.

Wo finde ich einen Anbieter für die RAL-Montage?

Sie können sich bei Ihnen vor Ort nach einem geeigneten Fensterbauer umsehen, der Ihnen jedoch stets die Montage nach RAL-Richtlinien zusagen sollte. Werden Sie hier nicht fündig, haben Sie bei Fenster.net aber auch jederzeit die Möglichkeit, die RAL-Montage für die Passivhausfenster im Altbau mit zu buchen. Wir arbeiten dafür seit vielen Jahren mit Firmen zusammen, die unsere Fenster aus dem Effeff kennen und sie fachgerecht und natürlich unter Einhaltung der RAL-Richtlinien einbauen werden. Dadurch garantieren Ihnen die Unternehmen, dass Ihre Fenster absolut dicht und korrekt mit dem Mauerwerk verbunden eingesetzt werden.

Wie funktioniert die RAL-Montage meiner Passivhausfenster im Altbau?

Die RAL-Montage funktioniert eben nicht nach Schema F, so dass wir hier keine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verfügung stellen können. Vielmehr ist es nötig, sich die baulichen Gegebenheiten vor Ort anzusehen und auf diese abgestimmt die Montage der Fenster vorzunehmen. Als einzige Faustregel gilt: Sowohl Innen-, als auch Außenfuge der Fenster werden abgedichtet. Dabei muss die innere Fuge stets dichter sein als die Außenfuge.

Welche Materialien kommen für den Passivhausfenster-Einbau zum Einsatz?

Die Montage von Passivhausfenstern kann mittels Multifunktionsdichtband erfolgen. Dieses Dichtband ist fast genauso breit wie das Fenster selbst. Es wird rund um das Fenster geklebt und anschließend das Fenster eingesetzt. Nach der Fenstermontage quillt das Band auf und kann so alle drei Ebenen des Fensters (außen, innen, mittig) ideal abdichten. Im Altbau kommt das Multifunktionsdichtband jedoch eher selten zum Einsatz. Die Mauerwerke sind oft uneben ausgeführt, so dass das Dichtband nicht ringsum, sondern nur an einzelnen Stellen aufquellen würde.

Passivhausfenster im Altbau montieren

Daher setzt man im Altbau auf Alternativen, wie etwa die Montage mit Kompribändern, PU-Schaum oder Acryl. Bei der Verwendung von PU-Schaum wird zudem ein innen- und außenseitiges Dichtband eingesetzt. Diese Bänder werden ebenfalls vor der Montage auf den Fensterrahmen geklebt. Anschließend wird die mittige Dichtebene mit PU-Schaum ausgespritzt. Die Dichtbänder werden dann über den PU-Schaum an die Mauer geklebt. Diese Montagevariante der Passivhausfenster findet im Altbau häufig Anwendung, da sie keine Probleme mit dem unebenen Mauerwerk aufweist. Gleichzeitig erhält Ihr Passivhausfenster einen sehr stabilen Halt, da es nicht nur mit Schrauben fixiert wird, sondern zusätzlich Halt durch den PU-Schaum erhält.

Passivhausfenster: Montage mit Acryl

Ebenfalls können die Passivhausfenster mit Acryl im Altbau montiert werden. Dann werden die Fugen nicht mit den benannten Dichtbändern abgedichtet, sondern mit Acryl. Allerdings sollten Sie immer darauf achten, dass ein spezielles Acryl verwendet wird, welches auch für die RAL-Montage geeignet ist. Der PU-Schaum wird in diesem Fall genutzt, um die Fläche zwischen Fenster und Mauerwerk auszuspritzen und abzudichten. Allerdings darf die Fuge dabei nicht zu groß ausfallen.

Wie werden Kompribänder für Passivhausfenster im Altbau genutzt?

Eine weitere Alternative zur RAL-Montage der Passivhausfenster im Altbau sind Kompribänder. Die Fläche zwischen Mauerwerk und Fenster wird ebenfalls mit PU-Schaum ausgespritzt. Das Kompriband wird um den Fensterrahmen geklebt. Es quillt nach der Montage auf. Für ein gleichmäßiges Aufquellen der Kompribänder sind allerdings wieder absolut ebene Mauerwerke vonnöten, so dass sie eher im Neu-, als im Altbau eingesetzt werden sollten.

RAL-Montage: Innen besser abdichten als außen – warum?

Egal für welche Form der RAL-Montage Sie sich entscheiden, die Innenfuge müssen Sie stets besser abdichten lassen als die Außenfuge. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Die Luftfeuchtigkeit kann so einfacher nach außen entweichen, während neue Feuchtigkeit von außen nicht nach innen dringen kann. Dadurch wird auch die Schimmelpilzbildung vermieden.

 

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